1/2020
UNIZEIT
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Smartes Spiel

Einer weiteren Art der digitalen Körpervermessung haben SportwissenschafterInnen der Universität Graz gemeinsam mit dem Institut für Geodäsie der Technischen Universität und dem Engineering-Unternehmen c.c.com aus Grambach entwickelt: den smarten Schienbeinschoner SMASH. Mit seiner Hilfe können auch HobbyspielerInnen und -vereine in Zukunft die Performance auf dem Rasen bestmöglich analysieren. Derzeit sind dafür teure Hightech-Ausrüstungen nötig, die sich nur Top-Mannschaften leisten können.
Der digitale Schienbeindeckel nutzt Sensoren an beiden Beinen, die – anders als bisher gebräuchliche Systeme – spezifische Bewegungsanalysen ermöglichen. Mit dieser Technologie kann man daher auch Pässe, Schüsse oder Einwürfe automatisiert erfassen. Grundlage dafür ist eine Beschleunigungsmessung in beiden Schonern, die es erlaubt, unterschiedliche Bewegungsmuster zu identifizieren. c.c.com liefert dazu die Sensoren sowie notwendige Hard- und Software, von der TU Graz kommen Signalerkennung und Georeferenzierung, während die SpezialistInnen der Universität für die Interpretation der erfassten Bewegungsmuster verantwortlich sind. Das von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG ko-finanzierte Projekt verwendet sowohl GPS als auch das entsprechende europäische System Galileo zur satellitengestützten Positionierung der SpielerInnen, wodurch Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Technik steigen. Neben der erwähnten automatischen Aktivitätserkennung durch die Sensoren im Schienbeinschoner sind die Kommunikation und Visualisierung sowie eine anwendungsfreundliche Applikation zum Vergleich der gesammelten Daten für SpielerInnen und TrainerInnen weitere digitale Bausteine in diesem Projekt.
Bereits mit Jahresende 2020 soll die App fertiggestellt sein, im Frühjahr 2021 wird gemeinsam mit dem Steirischen Fußballverband der Testbetrieb für SMASH starten.