Wie geht Demokratie?
1/2022
6/13
© Uni Graz/Tzivanopoulos

Das Volk im Rücken

Alle müssen mit anpacken, um die Erderwärmung einzubremsen. Also sollen auch alle bei den Maßnahmen mitreden dürfen. Volkswirtin Birgit Bednar-Friedl ist eine der WissenschafterInnen im Klimarat und erwartet sich Aufwind für politische Entscheidungen.



Es ist mehr als Forschung: Mit den volkswirtschaftlichen Folgen des Klimawandels beschäftigt sich Birgit Bednar-Friedl nicht nur als Umweltökonomin an der Universität Graz. Sie gehört zu Österreichs führenden WissenschafterInnen auf diesem Gebiet. Ihre Expertise ist weit darüber hinaus gefragt. Sie hat unter anderem am aktuellen Weltklimabericht mitgeschrieben.
Bednar-Friedl engagiert sich außerdem im österreichischen Klimarat. Dort koordiniert und begleitet sie hundert BürgerInnen, die Vorschläge erarbeiten, wie wir möglichst klimaverträglich leben können. Kann die Einbindung der Bevölkerung und der Wissenschaft ein Modell sein, um künftig andere große Herausforderungen anzugehen?
„Die Bürgerinnen und Bürger sind oft schon sehr viel weiter, als es ihnen die Politik zutraut. Die Beteiligung der Bevölkerung in Form von BürgerInnenräten kann daher ein Modell der Zukunft sein. Entscheidend ist, dass ein solches Gremium das Land repräsentiert. Dass möglichst alle Gruppen vertreten sind und dass auch alle gehört werden: die Lauten und die Leisen, die Alten und die Jungen, die Männer und die Frauen und weitere VertreterInnen. Es muss ein Querschnitt bezüglich Alter, Bildungshintergrund, Beruf, Stadt-Landverteilung, Bundesländer gegeben sein. Der Klimarat bringt Menschen zusammen, um ihre verschiedenen Perspektiven zu hören. Die Mitglieder bestimmen selbst, was notwendig und auch umsetzbar ist. Zugleich muss eine professionelle Moderation den gesamten Entscheidungsprozess begleiten. Ein BürgerInnenrat kann also die üblichen demokratischen Instrumente gut ergänzen. Er kann helfen, Blockaden, die teilweise im politischen System bestehen, aufzubrechen.“

von Andreas Schweiger

Birgit Bednar-Friedl im Video: Ist der BürgerInnenrat ein Modell der Zukunft?


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