2/2019
UNIZEIT
11/12
© Uni Graz/Kanizaj

In Forschung verbunden

Der Netzwerkgedanke ist Programm: Universitäten profitieren von Verbindungen zu anderen Hochschulen. Unabhängig davon, ob regional, national oder weltweit: Nur Kooperationsgeist bringt uns weiter, meint Rektorin Christa Neuper.

von Konstantin Tzivanopoulos


Wir schreiben das Jahr 2004. In Graz formiert sich ein Projekt, das bis heute ein Alleinstellungsmerkmal ist. Universität und TU Graz bilden eine Allianz in Forschung und Lehre, damit Studierende der Naturwissenschaften vom Know-how beider Hochschulen profitieren und an beiden Einrichtungen einen Abschluss machen können. NAWI Graz war geboren. 15 Jahre später gibt es nicht nur ein flächendeckendes gemeinsames Studienangebot, sondern auch erfolgreiche Forschungszentren mit einer hochmodernen Infrastruktur.
In den Gesundheitswissenschaften sind die Institutionen mit BioTechMed-Graz einen ähnlich starken Schulterschluss eingegangen, in den auch die Medizinische Universität eingebunden ist. Kunstwissenschaftliche Disziplinen sind in KUWI Graz gebündelt.
Hochschulen können autark nicht überleben. „Große Förderschienen und EU-Projekte verlangen Kooperationen. In der Forschung ohne Vernetzung zu arbeiten, das kann sich heutzutage keiner mehr leisten. In der Wissenschaft ist man auf PartnerInnen angewiesen“, sagt die Neuropsychologin und Rektorin Christa Neuper. Zusammenarbeit fängt am Standort an: „Gemeinsame Ressourcen anzuschaffen und auch zu nutzen, ist die Basis, die wir dafür brauchen.“ So wurde in den vergangenen Jahren mehrere Großgeräte installiert. Etwa ein Ultrakurzzeitmikroskop an der TU Graz oder eine Feldemissionsmikrosonde, die am Institut für Erdwissenschaften angesiedelt ist.
Sehr gut vernetzt zu sein, bedeutet auch weltweit wahrgenommen zu werden. Neuper: „Als Forschungsuniversität des 21. Jahrhunderts reicht es nicht mehr aus, gewohnte Ufer zu bereisen. Man muss Neues wagen, die Grenzen des Gewohnten verlassen.“ Derzeit kooperiert man mit rund 500 Institutionen rund um den Globus.

Campus Europa. Die Idee eines vereinten Europa auf dem Hochschulsektor findet sich in konkreten Vorhaben wieder: Die Universität Graz hat 2019 gemeinsam mit sechs renommierten Universitäten die Allianz
„ARQUS“ ins Leben gerufen. Mit an Bord sind die Hoschschulen Bergen, Vilnius, Granada, Padua, Lyon und Leipzig. Das Vorhaben will einen europäischen Campus schaffen, der die schrankenlose Mobilität und den Austausch von Studierenden und WissenschafterInnen zwischen allen Partner­institutionen ermöglicht.
Synergien besser nutzen möchte die Universität Graz auch in den nächsten Jahren. Am Campus entsteht gerade ein Zentrum für Wissens- und Innovationstransfer. Damit wird jungen kreativen Köpfen Raum gegeben, um ihre Ideen aus der Forschung in die Wirtschaft zu tragen. Dazu gehört, dass Persönlichkeitsentwicklung neben dem Fachwissen ein Kernelement der akademischen Ausbildung ist. Und hier leistet die Uni Graz Pionierarbeit.