© daniel đunđuš
Ins Netz gegangen mit ihren Aktivitäten ist die Grazer BläserVielharmoniE. Die rund 70 Mitglieder des 1991 gegründeten symphonischen Blasorchesters haben sich zu mehreren virtuellen Ensembles formiert, regelmäßig musikalische Beiträge aus den einzelnen Wohnzimmern zusammengeschnitten und online zur Verfügung gestellt. Höhepunkt war ein digitales Weihnachtskonzert mit einem eigens für das Orchester arrangierten Stück samt Gesang. Anstatt der Proben hat man sich zu digitalen Stammtischen getroffen. Für das Sommersemester hoffen die Mitglieder, zumindest in Kleingruppen wieder musizieren zu können und ein Konzert als Livestream zu spielen, sollte weiterhin kein Publikum zugelassen sein. „Wir werden Formate finden. Die Leute sind hoch motiviert, wir sind noch nicht fertig mit dem Kreativsein“, berichtet Obfrau Lisa David.
© Johannes Hollwöger
Nicht berühmt werden, sondern einfach gemeinsam musizieren wollen die rund 80 Mitglieder des Grazer Universitätschors. Dabei geht es gleichermaßen um die Musik wie um das Soziale: „Das Singen verbindet bei uns Studierende und MitarbeiterInnen verschiedener Universitäten, Generationen und Nationen. Wir sind häufig ein erster Anknüpfungspunkt für Erstsemestrige, Zugezogene oder ERASMUS-Studierende, und darauf sind wir stolz“, erzählt die stellvertretende Obfrau Dorothea Hollwöger. Umso sehnlicher hoffen alle auf baldige Proben, „sie sind ein Gewinn, ein Genuss, eine kurze Fluchtmöglichkeit aus der Realität“, so Hollwöger. Auf Online-Treffen hat der Chor – abgesehen von einer Weihnachts- und einer Semester-Abschlussfeier – verzichtet, die für Ende Juni anberaumte Aufführung von Haydns „Jahreszeiten“ wollen sie nicht ausfallen lassen.
© Michael Singer
An anspruchsvoller Literatur und internationalen Auftritten arbeitet das Grazer Universitätsorchester prinzipiell. Vorerst beschränkt man sich notgedrungen auf die Planung und Organisation künftiger Projekte. „Im Mittelpunkt steht natürlich der gemeinsame Spaß an der Musik“, berichtet Vorstandsmitglied Thorsten Schwarz. Die mehr als 100 MusikerInnen treffen sich zu wöchentlichen Skype-Runden und warten hart auf das Ende des Proben-Winterschlafs. Der 1992 gegründete Klangkörper hat schon vor der Pandemie begonnen, Alexander Borodins zweite Symphonie einzustudieren, die soll nach Möglichkeit im Sommersemester dem Publikum präsentiert werden. Außerdem sind Konzerte in Ossiach und beim Kultursommer St. Paul im Lavanttal angesetzt.
© Wolfgang Rappel
Studierende zur Kunst und die Kunst zu jungen Leuten zu bringen, ist die Intention von
UniT. Eine wichtige Schiene des Kunstvereins an der Universität Graz ist das Dramaforum, in dem nahezu alle bekannten jüngeren österreichischen AutorInnen das Texten für die Bühne perfektioniert haben. UniT sieht sich nicht nur als Talenteschmiede, sondern auch als Vermittlungsinstitution: „Junge Leute im Unikontext sind nicht automatisch kunstaffin. Wir brauchen aber ein zukünftiges Publikum, wollen wir unseren Ruf als Kulturland behalten“, unterstreicht Geschäftsführerin Edith Zeier-Draxl. Für die Zeit der Pandemie werden die Workshops online angeboten, auch die Arbeit an Kunstprojekten passiert, soweit möglich, im digitalen Raum.
© Literaturhaus Graz
Gegenwartsliteratur aus Österreich, aber auch von internationalen AutorInnen einem breiten Publikum zu vermitteln, ist die Intention des Literaturhauses Graz, an dem die Universität Graz wissenschaftlich beteiligt ist. Abgesehen von Lesungen passiert das auch über abwechslungsreiche Gespräche, Diskussionen, Performances und Festivals. Um im Lockdown die Stimmen der SchriftstellerInnen nicht zum Verstummen zu bringen, hat Leiter Klaus Kastberger die Reihe „Die Corona-Tagebücher“ initiiert: In wöchentlich auf der Website veröffentlichten Beiträgen reflektieren AutorInnen ihre eigene Lage und den Zustand der Gesellschaft. Die „Zweite Welle“ der Pandemie hat auch dieses Projekt erreicht und gipfelte in einer Online-Sprechstunde mit Publikum. Für die Zeit nach Ostern hofft man, endlich wieder analog ZuschauerInnen empfangen zu dürfen.
© daniel đunđuš