3/2019
UNIZEIT
12/13
© Uni Graz/Kanizaj

Wir wollen die Besten sein

Die Universität Graz spielt in der Klimaforschung weltweit in der Spitzenliga. In Österreich hat die Universität durch ihre Profilbildung ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen, ihre KlimaforscherInnen sind gefragter denn je. Auf diesen Nährboden will Rektor Martin Polaschek aufbauen und noch mehr Bewusstsein schaffen.

von Konstantin Tzivanopoulos


Kein Thema beschäftigt uns zurzeit mehr als der Klimawandel, seine Ursachen und seine Folgen. Er ist zum Anliegen vieler geworden. Die Jungen gehen für ihre Zukunft auf die Straße, die Alten sehen in ihm die Ursache für verminderte Lebensqualität. Es kommt Bewegung rein, das Bewusstsein wird geschärft, Wegsehen und Hinnehmen sind falsche Zugänge. Parteien setzen den Klimawandel auf ihr Programm und holen sich Rat aus der Wissenschaft.
Keine Universität Österreichs bündelt so viele Facetten der Klimaforschung wie die Universität Graz. Als eine der ersten Hochschulen führte sie Umweltsystemwissenschaften als eigenständiges, reguläres Studium ein. Durch die Gründung des Wegener Center wurde das Thema mit hoher gesellschaftlicher Relevanz instutitionalisiert, es bekam ein Gesicht, es wurde plastisch. Geboren war der Profilbereich „Climate Change Graz“. Die Uni Graz und ihre ForscherInnen nehmen die Verantwortung wahr, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und die Erforschung möglicher Lösungen so voranzutreiben.
Für Rektor Martin Polaschek ist der Klimawandel ein komplexes Problem. Er sieht seine Universität in einer wichtigen Schlüsselrolle.

«Klimaforschung, wie wir sie betreiben, durch alle Dispziplinen hindurch, ist einzigartig. Da liegen wir international im Spitzenfeld. Wir wollen in Österreich die Besten sein»

betont er. Vernetzung der Forschungsgebiete ist hier essenziell. „Nicht nur die physikalischen und geographischen Aspekte sind Teil der Klimaforschung, sondern auch die biologischen, gesellschaftlichen rechtlichen und philosophischen Faktoren spielen eine Rolle.“

Entscheidend ist die Kommunikation. Ansetzen möchte Polaschek an der Basis – in der Wissenschaftskommunikation und in der Didaktik: „Wie bringen wir Klimathemen besser an die Bevölkerung? Das ist die Frage, die uns sicherlich interdisziplinär beschäftigen wird.“ Und mit der sich auch Studierende auseinandersetzen müssen. Für Polaschek wäre es wichtig, im Rahmen einzelner Wahlfach-Module Klimaforschung und nachhaltige Entwicklung in den Curricula unterschiedlicher Studien fest zu verankern. Durch die Digitalisierung ist es möglich, Lehrveranstaltungen interaktiv und online zu gestalten – das wiederum soll Wege verkürzen. Auch der Trend, dass sich WissenschafterInnen virtuell zu einer internationalen Tagung treffen, anstatt quer über den Globus zu fliegen, ist erkennbar und wird unterstützt.
Wichtig sei, so Polaschek, die Klimaforschung und Nachhaltigkeit unter die Menschen zu bringen. „Es hilft wenig, wenn sich WissenschafterInnen in ihrem Umfeld austauschen. Die Gesellschaft muss an die Erkenntnisse der Forschung anknüpfen können, sich Gedanken machen, die Thematik verstehen. Und diese Rolle der Kommunikatorin müssen wir als Allgemeinuniversität übernehmen.“ Wesentlich sei die Aufgabe, mit KlimawandelleugnerInnen umzugehen. Unabhängig davon, in welcher Rolle sie agieren. „Allein zu sagen, da gibt es Menschen, die das missachten, wird nicht reichen. Wir müssen sie abholen, indem wir den Nachwuchs zu BotschafterInnen machen.“

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