UNIZEIT
3/2021
4/10
© Uni Graz/Tzivanopoulos

Dauerdruck

Die Pandemie hat dem Großteil der österreichischen Bevölkerung mental einiges abverlangt. Spätestens der zweite Lockdown vergangenen Herbst hat die meisten Leute schwer getroffen, weil sie wenig Gelegenheit hatten, ihre Batterien über den Sommer wieder aufzuladen. „Man kennt das: In einer Extremsituation oder ab dem halben Ladestand geht einem Akku viel schneller der Saft aus“, zieht Claudia Traunmüller einen plastischen Vergleich. Sie hat mit ihrem Team an der Uni Graz die psychische Belastung während der Lockdowns erhoben.
Im Frühjahr 2020 gaben 40 Prozent der ProbandInnen an, von der Krise beeinträchtigt zu sein, gut ein Fünftel litt unter Stress, Angst und Depressionen. Schon damals waren SchülerInnen und Studierende besonders belastet, aber auch ältere Personen mit angeschlagener Gesundheit. „Ursprünglich schlug sich allein der Fakt, dass eine Pandemie ausgebrochen war, auf die Psyche der Bevölkerung. Mittlerweile hadern die Menschen mit den Konsequenzen“, präzisiert die Forscherin. Unsicherheit, der Zickzack-Kurs der Regierung und die inkonsistenten Informationen und Maßnahmen erzeugen Stress.  

Die ersten Studienergebnisse sind im  BMC Public Health erschienen.