3/2020
UNIZEIT
10/12
© Uni Graz/Jesacher

Wisch und weg

Ein quengelndes Kleinkind an der Supermarktkasse kostet Nerven, mit einem Video oder einer Spiele-App am Handy ist es glücklicherweise schnell ruhiggestellt. Vielen Eltern ist aber auch daran gelegen, schon im ersten Lebensjahr die Medienkompetenz des Nachwuchses zu fördern. Ob das tatsächlich hilft und welche Auswirkungen das auf die frühkindliche Entwicklung hat, untersuchen ForscherInnen der Universität Graz und der Med Uni Graz im Projekt „Kleinkinder in der digitalen Welt“. Die Initiatorin, Elementarpädagogin Catherine Walter-Laager, hat bereits herausgefunden, dass gute Apps den Spracherwerb fördern können. Vorausgesetzt, die Technik wird in wohldosiertem Rahmen eingesetzt und kompetent begleitet. Was den Kleinen körperlich guttut und was nicht, analysiert nun das Team um Projektleiter Lars Eichen. Physiologische Daten werden mittels EKG-Messungen erhoben, eine internationale Neuheit. Und die Ergebnisse sind eindeutig: „Je höher die tägliche Dauer der Handy- oder Tabletnutzung, desto höher ist auch die Herzrate im unruhigen Schlaf – sprich, desto schlechter ist die Regenerationsfähigkeit“, fasst der Bildungsforscher zusammen. Verwenden die Kleinen hingegen die digitalen Endgeräte ausschließlich, um Musik oder Hörspiele zu konsumieren, verbessert das die Regenerationsfähigkeit. „Ältere Studien haben bereits gezeigt, dass das Lieder- und Geschichtenhören beruhigende Wirkung hat, und es ist offensichtlich egal, ob dafür ein Handy oder ein Kassettenrekorder verwendet wird“, folgert Eichen.

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